"Demenzversorgung nicht isoliert betrachten"

26.10.2010

Die Pflegefachkräfte aus stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten stehen künftig an der Spitze eines notwendigen interkollegialen Dialoges mit Ärzten und Krankenhauspersonal – das erwartet der Kölner Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Michael Isfort. Auf dem Pflegekongress in Hamburg sagte Isfort, die Demenzversorgung dürfe in den einzelnen Sektoren nicht isoliert betrachtet werden. Eine adäquate Versorgung der betroffenen Menschen sei nicht nur Aufgabe der Altenpflege, betonte Isfort.

In anderen medizinischen Versorgungsbereichen gebe es aber oftmals kaum gerontopsychiatrisches Grundwissen, berichtete Isfort, der als Professor an der Katholischen Hochschule NRW in Köln auch zahlreiche Demenzprojekte in Krankenhäusern begleitet hat. In den daher künftig anstehenden Informationsaustausch könnten Fachkräfte aus stationären Altenpflegeeinrichtungen langjährige Erfahrung und große Expertise einbringen. Auch das im ambulanten Bereich vorhandene Wissen müsse besser genutzt werden, forderte Prof. Isfort und sprach sich auf dem Pflegekongress am 22. Oktober in Hamburg erneut für eine 'Programmleistung Demenz' in der Pflegeversicherung aus.

Stationäre Einrichtungen werden sich in Zukunft zu hochkomplexen Demenz-Versorgungszentren entwickeln, waren sich die Referenten und Teilnehmer der Fachtagung einig. "Derzeit gibt es große politische Phantasie, die personellen Probleme in der Pflege mit technischen Hilfen lösen zu können", sagte Prof. Dr. Michael Isfort in seinem Vortrag. Bei Computern und Sensoren müsse aber genauso wie beim Einsatz von Assessments immer gefragt werden, wozu die gesammelten Informationen genutzt werden können, ergänzte der Kölner Pflegewissenschaftler: "Wozu erhebe ich die Daten? Mit wem kommuniziere ich darüber?"